Januar 2020 – Wir starten das Jahr mit zwei Lehrgängen

Neues Jahr neues Glück – 2020 wird ein gutes Jahr. Auf jeden Fall ist der Januar schon sehr erfolgreich für uns. Schon in meinem Urlaub über Weihnachten und Sylvester hat Marty gefühlt eine 180 Grad Wendung gemacht und eine richtig gute Arbeitseinstellung bekommen. Diese Einstellung hat er bis heute nicht verloren und ich steige momentan jedes Mal mit einem guten Gefühl vom Pferd. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich das nochmal über Marty sagen würde, denn das letzte Jahr war definitiv kein Zuckerschlecken mit ihm.

Für 2020 habe ich mir vorgenommen das letzte Jahr hinter mir zu lassen, die aktuell sehr gute Zeit mit Marty zu genießen, einfach mal daran erfreuen, dass es momentan so gut läuft und hoffen, dass er nicht wieder so gekloppt wird.

Wir haben das Jahr auch direkt mit etwas schönem gestartet – es ging nämlich direkt am ersten Wochenende auf einen Springlehrgang. Meine Trainerin hat einen Lehrgang auf der Anlage von Katrin Eschenhorst gegeben und da bin ich mir Marty mitgekommen und dort bei ihr geritten. Ich habe zwar auch hier wöchentlich das Privileg bei ihr zu reiten, aber in einer anderen Umgebung ist es immer nochmal was anderes und gerade für Marty war es total gut mal aus seinem gewohnten Umfeld rauszukommen und was anderes zu sehen. Das war auch mit der Hauptgrund, dass er mitgekommen ist: einfach mal was anderes sehen und Nerven behalten.

Bei der Ankunft war er doch noch recht aufgeregt und auch die neue Halle hat ihn sehr beeindruckt. Er war am ersten Tag schon recht kribbelig, aber immer total kontrolliert. Kein Wegspringen, kein Durchgehen, sondern einfach Fokus auf den Hindernissen. Am zweiten Tag war es dann auch schon deutlich besser und wir konnten ein paar schöne Runden drehen.

Erstes Auswährtstraining mit Bravour bestanden!

Ansonsten war der Januar schon sehr vom konstanten Training geprägt. Marty scheint doch tief im Inneren ein Arbeitstier zu sein und aus Langeweile wird bei ihm dann schnell Blödsinn machen. Wir achten daher darauf, dass wir ihn immer gut am arbeiten haben und versuchen es dabei so Abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Marty macht man mit viel Dressurarbeit auf Dauer nicht glücklich, daher gibt es auch regelmäßig 1x die Woche Springunterricht, Bodenarbeit mit meiner Schwester, Dressurarbeit, V/A wenn er es anbietet und auch mal ein wenig Stangentraining ohne groß Hindernisse zu springen. Manchmal habe ich das Gefühl, wenn es nach Marty ginge, dass gern jeden Tag ein paar bunte Stangen mit eingebaut werden können. Er ist wirklich super motiviert, wenn es ums Springen geht, was für mich natürlich sehr praktisch ist. Aber die Dressurarbeit darf natürlich nicht vernachlässigt werden, denn wir haben ihn nur dank der Dressurarbeit so gut am Springen. Mit dieser Kombi fahren wir aktuell sehr gut und Marty arbeitet motiviert mit. Mein Ziel ist auf jeden Fall auch wieder mehr Ausritte miteinzuplanen, damit er auch mal was anderes sieht, das ist in letzter Zeit leider zu kurz gekommen.

Ein weiteres Highlight im Januar war ein weiterer Springlehrgang. Eine Stallkollegin konnte auf Grund einer Lahmheit mit ihrem Pferd nicht mitreiten und ich habe dann ihren Platz eingenommen. So ging es am 25.01 und 26.01. nach Hanstedt zum Lehrgang von Nico Aldinger. Meine Güte war ich Nervös. Ich bin Marty nun seit knapp zwei Jahren nur bei meiner Trainerin gesprungen, sie kennt uns daher sehr gut und weiß, welche Knöpfe gedrückt werden müssen. Die Sorge war also da, dass wir vielleicht nicht das Können haben um hier mitzureiten. Meine Sorgen waren jedoch unbegründet, denn Marty hat sich wirklich sehr viel Mühe an dem Wochenende gegeben.

Schon beim Ankommen war er deutlich entspannter als noch am Jahresanfang beim Lehrgang in fremder Umgebung. Ich konnte ihn am langen Zügel entspannt auf dem Außenplatz warm reiten und auch beim Abreiten hat er nichts gemacht. Die Hall war schon etwas guckig für ihn, denn es gab eine große Tribüne und die Bande ging gerade so bis zum Widerrist und somit konnte er immer schön alles sehen. Zu meinem Erstaunen hat er jedoch nicht geguckt, sondern ist die ganze Zeit bei mir geblieben. Tag eins war eher Gymnastizierend und am zweiten Tag ging es ans Parcoursspringen. Beide Tage hat er wirklich klasse mitgearbeitet und ist toll gesprungen. Die Hindernisse waren auch deutlich höher, als in unserem bisherigen Training und ich war eher skeptisch, denn Marty räumt ja auch gern mal die Stangen ab. Es sind auch einige Stangen gefallen, aber das lag nicht am nicht können, sondern waren teilweise meine Fehler oder aber Marty hat sich nicht aufs Hinterbein holen lassen und sich ins Brustbein gehängt und ist dann einfach über die Sprünge gerumpelt. Daran kann man ja aber ein Glück arbeiten und wir müssen ihn einfach noch mehr aufs Hinterbein bekommen.

Auch dieses Wochenende konnten wir also mit einem fetten Grinsen im Gesicht, vielen neuen Erfahrungen und etwas mehr Selbstbewusstsein abschließen.

Die Woche nach dem Lehrgang ging es dann normal weiter, mit etwas weniger Pensum. Man hat Marty das Wochenende aber tatsächlich nicht angemerkt und er war genauso on fire wie sonst auch.

Vor allem in der Dressurarbeit macht er in den letzten Tage große Fortschritte und bringt einfach nur Spaß. Kaum zu glauben, aber ich kann von Herzen sagen, dass Marty momentan einfach nur Spaß beim Reiten bringt. Er steht aktuell auch voll im Training, arbeitet gut mit und gibt sich Mühe. So langsam darf ich es mal wagen zu sagen: Wir können mit anderen mithalten und müssen uns nicht mehr verstecken. Das blonde Barbiepferd mit dem etwas schwierigen Charakter darf ernstgenommen werden, denn wir haben im letzten Jahr hart dafür gearbeitet. Und genau diese Arbeit wird hoffentlich 2020 belohnt.

Die erste kleine Belohnung und das nächste Ziel ist Ende Januar auch schon passiert: Wir haben das erste Turnier Ende Februar genannt. Mal schauen, wie wir uns da schlagen werden. Ich erwarte nichts, wir müssen einfach erstmal los und alles andere werden wir dann sehen.