Sitzschulung bei Katrin Echenhorst

Am 11.11.2019 hatte ich wieder eine Sitzschulung bei Katrin Eschenhorst. Da es beim letzten Mal so gut lief, war ich total euphorisch und motiviert. Wir haben angefangen im Trab und ich habe ihr erzählt, dass eine unserer aktuellen Problem mein nach unten gucken sind. Nach ein paar Runden Trab ging es dann auch direkt auf die Matte. Auf dem Bauch liegend musste ich erst mit einem Arm und dann mit dem anderen immer wieder anheben. Ziel dieser Übung war, dass ich dadurch mehr Aufrichtung im Oberkörper bekomme, da die Schultern zurückgehen und der Brustkorb aufgerichtet wird. Abschließend ging es auf den Balimo Stuhl um die Hüfte in alle Richtungen zu mobilisieren – währenddessen Hat Katrin versucht eine Blockade in der Schulter zu lösen, denn ich habe es auf der Matte schon nicht geschafft meinen rechten Arm so weit anzuheben wie den Linken. Es ist im Schulterbereich auch ein richtiges Ei zu spüren und es tat ordentlich weh, als sie darauf rumgedrückt hat – vielleicht ist es mal an der Zeit, dass ich nun mal zum Osteopathie gehe und nicht immer nur Marty.

Anschließend ging es wieder auf Marty und wir haben ihn normal im Trab und Galopp gearbeitet. Was schon beim letzten Mal auffällig war, ist meine fehlende Bauchmuskulatur und Rumpfstabilität. Eigentlich hatte ich letzte Mal schon den Hinweis bekommen, dass ich mehr Bauchmuskeltraining machen sollte, aber da hat leider die Faulheit gesiegt. Ich befürchte, dass ich diesmal nicht mehr Drumherum komme, wenn ich reiterlich weiter kommen möchte. Es ging also wieder runter vom Pferd und ab auf die Matte – diesmal rücklings und mit aufgestellten Beinen, als würde ich sie auf einem Stuhl ablegen (nur ohne Stuhl). Ich sollte nun die Bauchmuskeln anspannen indem der Rücken auf der Matte bleibt und ich die Knie zur Decke drucke, meine Position durfte sich also nicht verändern. Dabei habe ich die Bauchmuskeln schon ordentlich gespürt, aber Katrin’s Blick nach zu urteilen geht da noch deutlich mehr. Jetzt muss ich mir ordentlich in den Hinter treten und regelmäßig wenigstens ein paar Übungen zu Hause machen.

An der nächsten Übung bin ich kläglich gescheitert und hätte die Unterrichtseinheit keine begrenzte Zeit würde ich wohl noch heute auf dem Balimo Hocker liegen. Ich hoffe ihr kennt alle diesen Hocker, der in alle Richtungen abkippen kann und gern für Sitzschulungen genutzt wird. Auf diesen Hocker musste ich mich mit dem Bauch drauflegen und Ziel war es, dass ich Hände und Füße vom Boden nehmen kann, alles von mir weg strecke und durch Körperspannung und Gleichgewicht mich auf diesem Hocker ausbalanciere. Überraschung: Ich habe es nicht geschafft. Ein paar Mal sah es so aus, als würde ich gleich mit meinem Kopf spitz in den Boden rammen. Ich habe überhaupt keine Balance gefunden und habe immer wieder das Gleichgewicht verloren. Auch hier ist die Hausaufgabe: Üben, üben, üben. Einen Balimo Hocker werde ich mir dafür nicht zulegen, aber ich soll es mal auf einem Gymnastikball versuchen.

Eine letzte Übung gab es noch und dann ging es wieder aufs Pferd. Ich musste auf einem klassischen kleinen Trampolin „Traben“ und „Galoppieren“ und dabei mir quasi vorstellen ich sitze auf dem Pferd. Im Trab sah man schon, dass ich im Oberköper keine Spannung hatte und meine Hände ein wenig das machten, was sie wollen. Als sie mich darauf hingewiesen hat und ich mich konzentriert habe, klappte es im Trab ganz gut. Im Galopp war es allerdings sehr wild. Mal davon abgesehen, dass es mir total schwer viel zu „galoppieren“ und ich immer wieder aus dem Rhythmus kam, machten meine Hände noch mehr was sie wollten. Sie kreisten vor mir her und mein Arm war auch nicht immer am Oberkörper.

Das sieht man sehr gut in diesen Videos:

Ich fragte mich, als ich da auf dem Trampolin galoppierte, ob ich wohl das Gleiche mache, wenn ich auf Marty sitze? Machen meine Hände da auch so unkontrollierte Bewegungen? Wahrscheinlich ja.

Ich habe durch all diese Übungen gemerkt, was ich beim Reiten alles falsch machen kann und wie man es schafft, es richtig zu machen. Allerdings ist es am Boden doch deutlich einfacher gewesen als auf dem Pferd. Nach dem Trampolin ging es nämlich wieder auf Marty und ich wollte alles bestmöglich umsetzen. So richtig klappen wollte es aber nicht, man muss auch dazu sagen, dass Marty an dem Tag nicht der kooperativste Zeitgenosse war. Er rannte total viel im Trab, lies sich nicht richtig durchstellen und reagierte nicht so gut auf meinen Sitz. Ich hatte also alle Hände voll zu tun den kleinen Wirbelwind zu kontrollieren und dabei musste ich noch auf alles achten, was ich eben am Boden gelernt hatte. Das hat leider alles in Kombination nicht sonderlich gut funktioniert und ich war am Ende echt gefrustet, weil es sich gar nicht schön anfühlte. Eigentlich bekomme ich es schon ganz gut hin ihn über Gewichtshilfen wieder langsamer zu bekommen, aber an dem Tag klappte es einfach nicht und wir stratzten Runde um Runde durch die Halle und ich war zwischendurch nur noch Beifahrer.

Abhacken und nächstes Mal besser machen!

Ich habe trotzdem viel aus der Sitzschulung mitgenommen und konnte dafür am Mittwoch beim Springunterricht ein wenig davon umsetzen. Vom Gefühl her habe ich weniger runtergeguckt und konnte wenigstens zu den Sprüngen hin ihn bei mir behalten. Ich falle trotzdem gern noch ins alte Muster (runtergucken, klein machen und am Zügel ziehen), wenn Marty wieder etwas blöd wird. Er hat sich Mittwoch einmal in der einen Ecke so festgeglotzt, dass ich total verunsichert war und anstatt ihn konsequent dort durchzureiten habe ich einfach gar nichts gemacht.

Generell muss ich sagen, dass ich diese Art von Unterricht wirklich toll finde, da man so andere Ansätze mitbekommt und auf eine ganz neue Art und Weise lernt korrekt zu reiten und seinen Körper auf dem Pferd richtig einzusetzen. Ich habe schon beim ersten Mal total viel daraus mitgenommen und auch jetzt habe ich wieder einiges dazugelernt – vor allem, dass ich wirklich mehr Sport machen muss. Ich hoffe sehr, dass ich das umgesetzt bekomme, sonst gibt es beim nächsten Mal sicherlich eine Reise.