Martys Trainigsplan

Habe ich einen Trainingsplan für Marty? Nicht wirklich, da ich es immer tagesabhängig mache und worauf ich gerade am meisten Lust habe.

Meine Idealvorstellung ist, dass ich so viel Abwechslung wie möglich in Martys Training bringe. Das ist mir nicht immer möglich, da wir ja ein wenig eingeschränkt sind.

Longentage gibt es beispielsweise gar nicht mehr, da er nicht mehr longiert werden soll auf Grund seiner Beine. Im Notfall würde das gehen, aber mein Tierarzt ist in Bezug auf Marty kein Fan mehr vom longieren. Er sagt, dass ich ihm dann lieber einen Tag mal frei geben soll im Sinne von einer großen Schrittrunde.

Somit bleiben uns noch Dressur, Ausreiten und (meine Lieblingsbeschäftigung) Bodenarbeit. Ich versuche so häufig wie möglich mit Marty ausreiten zu gehen, damit er nicht immer nur auf den Platz muss. Da er ja nicht mehr alleine in den Wald geht sind wir immer auf Begleitung angewiesen und da findet sich nicht immer jemand. In einigen Wochen schaffen wir es 1-2 Mal in anderen Wochen auch leider gar nicht. Jetzt wo er jedoch wieder weitestgehend fit ist und wir das Training fast normalisieren, möchte ich auch versuchen über den Herbst/Winter weiterhin regelmäßig ins Gelände zu gehen. Die Hallen sind im Winter einfach immer so voll und ich hoffe, dass er durch viel Abwechslung im Winter nicht zu blöd wird.

Wir können nun auch endlich wieder etwas Stangenarbeit mit ins Training aufnehmen und kleine Sprünge einbauen, was für Martys Kopf perfekt ist, denn er liebt das Springen und es ist eine willkommene Abwechslung. Gerade Stangenarbeit macht ihn immer unglaublich locker und auch bei Dressureinheiten reite ich am liebsten auf dem Springplatz und lege mir gern ein paar Trabstangen oder auch mal nur eine einzelne Stange hin und baue sie ins Training mit ein.

Die Dressurarbeit sieht bei uns aktuell auch noch nicht klassisch nach richtiger Dressurarbeit aus. Am liebsten reite ich alleine auf dem Platz, damit ich mich an keine Bahnfiguren halten muss und einfach quer über den Platz arbeiten kann. Abbiegen wann ich möchte, Volte wann ich möchte und nach links oder rechts wie es mir gerade passt und was ich gerade brauche um Marty durchzureiten. Ich fange aktuell langsam an ihn vorne vermehrt aufzunehmen und nicht nur V/A zu reiten, dann gibt es immer mal Tempiunterschiede, ich variiere zwischen Leichttraben und Aussitzen und versuche viele Übergänge einzubauen. Das ist auf jeden Fall immer mein Plan, manchmal vergesse ich auch einiges davon und reite etwas „langweilig“. Der Fokus liegt aktuell auf der Kraft in der Hinterhand und auf Kondition.

Das Thema Bodenarbeit muss ich denke ich hier noch einmal intensiv bearbeiten. Ich mache es kaum, aber meine Schwester probiert es fast jeden Freitag mit einzubauen. Manchmal reitet sie ihn da auch, aber sie macht eben auch häufig Bodenarbeit mit ihm.

Das sind also die Möglichkeiten, die wir aktuell haben um Marty zu trainieren. Einen genauen Plan für die Woche mache ich mir jedoch nie, meistens wird Marty aber auf dem Platz gearbeitet. Montags und dienstags reitet immer meine Schwester, da sie und die bunten Stangen keine Freunde sind, wird er von ihr wirklich Dressurmäßig gearbeitet. Meistens hat sie Montag Unterricht bei unserer Trainerin. Mittwochs habe ich immer Unterricht. Eigentlich ist mittwochs Springunterricht, da wir das in letzter Zeit nicht durften, sind wir hauptsächlich Dressurunterricht geritten. Jetzt fangen wir seit Ende August langsam wieder mit der Stangenarbeit an. Das tut Marty auch sichtlich gut, denn er ist am Ende der Stunde immer total locker und entspannt. Donnerstags reite ich entweder Dressur oder gehe in Wald, wenn jemand abends Lust auf ausreiten hat. Freitags kommt meine Schwester wieder und entweder sie macht Bodenarbeit oder reitet Dressur. Am Wochenende ist es bei mir ganz unterschiedlich. Manchmal bin ich da, wenn meine Trainerin auch da ist und dann machen wir spontan ein wenig Stangenarbeit auf dem Springplatz oder ein wenig Dressurarbeit zusammen. Oder ich reite für mich ein wenig auf dem Springplatz und nutze die Hindernisse fürs kreuz und quer über den Platz reiten. Auch am Wochenende geht es ab und zu ins Gelände, je nachdem, ob jemand mitkommt.

Wir haben es ja nun auch endlich geschafft wenigstens wieder alleine eine Dorfrunde zu reiten und auch das mache ich jetzt jedes Mal vorm Training, damit er wenigstens eine kleine Runde draußen war und mal was anderes sieht. Ich habe auch immer das Gefühl, dass er danach lockerer ist und motiviertet mitarbeitet.

Frei bekommt Marty nicht so häufig, da er dann häufig zu viel Energie am nächsten Tag hat. Er war damals schon nie der Typ, den du nach einem Turniertag stehen lassen konntest, sondern lieber Bewegen und viel V/A reiten. Daher gibt es das bei sehr gutem Wetter mal, dass wir dann eine Stunde durch Gelänge tingeln, aber gerade an kälteren Tagen lassen wir es lieber. Derjenigen, der ihn dann am nächsten Tag reiten muss, hat eventuell dann nicht so viel Spaß. Er braucht einfach Beschäftigung und macht einfach nicht gern einen Tag lang nichts. Ich muss auch dazu sagen, dass ich generell kein Fan von Stehtagen bin, denn meiner Meinung nach brauch ein Pferd sowas nicht. Wenn man merkt, dass die Motivation bei der Arbeit fehlt und man das Gefühl hat, dass sein Pferd eine Pause braucht, finde ich es immer schön es durch bspw. Ausritte oder „Spaßprogramm“ wieder zu motivieren. Vielleicht ist es aber auch einfacher gesagt als getan, denn ich kenne es nicht wirklich, wenn ein Pferd keine Lust an der Arbeit hat bzw. weiß, dass Marty mit etwas Stangenarbeit oder einem schönen langen Ausritt recht schnell wieder motiviert mitarbeitet.

Ihr seht, einen genauen Plan habe ich nicht und ich schaue immer spontan. Es sieht sich jetzt auf den ersten Blick so aus, als würde Marty fast nur Dressurtraining gehen. Für mich ist Dressurtraining aktuell genau das, was ich weiter oben beschrieben habe. Eben kein klassisches Dressurtraining á la Aufgaben immer und immer wieder durchreiten, sondern viel lockere Arbeit und immer mal wieder aufnehmen. Auch klassische Bahnfiguren reite ich gerade draußen auf dem Springplatz selten. Marty muss einfach regelmäßig geritten werden, damit wir die Muskeln erhalten und er somit mit seinem Spat keine Probleme bekommt.