August 2019 – Es ist viel passiert

Lange habe ich keine Monatsrückblicke mehr verfasst und das würde ich gern wieder aufnehmen, da es wie ein kleines Tagebuch für mich ist und euch hoffentlich auch etwas Spaß beim Lesen bereitet.

Ich fange ab August wieder damit an und werde es auch wieder regelmäßig am Monatsende hochladen.

Nachdem der Jahresanfang oder eher die ersten 6 Monate eine kleine Achterbahnfahrt waren, sind wir seit Juli wieder sehr gut unterwegs. Im August ist auch generell relativ viel passiert und wir arbeiten und Schritt für Schritt zurück zur alten Form.

Angefangen haben wir mit einem Ausflug nach St. Peter Ording. Tina, die Fotografin, die eigentlich alle Bilder von uns macht, war dort im Urlaub und da Strandbilder schon immer ein großer Wunsch waren, haben Viky und ich Calle und Marty eingepackt und sind einen Tag hochgefahren. Da unser Stall glücklicherweise nicht weit von der A23 entfernt ist, ist es auch kein riesengroßer Aufwand so einen Tagestripp zu unternehmen. Was habe ich mich auf diesen Tag gefreut, denn ich liebe St. Peter Ording und das Reiten durch die Priele ist einfach zu schön. Marty war früher auch schon in St. Peter Ording, daher hatte ich eigentlich keine großen Bedenken. Tja, aber Marty wäre nicht Marty, wenn er nicht für eine Überraschung gut wäre. Er hat so ein Theater gemacht, dass ich kurz davor war ihn wieder auf den Hänger zu schmeißen und gen Heimat zu fahren. Nachdem wir schon ca. 15 Minuten Richtung Wasser unterwegs waren drehte sich Marty plötzlich um und wollte partout nicht mehr weitergehen. Er stand, bockte und machte Ansätze des Steigens und ich konnte nur noch Richtung Hänger zurück, denn an eine andere Richtung war nicht zu denken. Glücklicherweise haben meine Schwester und meine Mutter an dem Tag auch einen Ausflug nach SPO gemacht und meine Schwester hat mir dann geholfen. Wir mussten ihn wohl oder übel erstmal ablongieren, weil er sich so hochgefahren hat, dass wir überhaupt keine Einwirkung mehr haben – ein Glück ist der Boden gut im Watt. Nach ein paar runden Trab und Galopp bin ich dann wieder aufgestiegen und Janina hat mich zum Wasser geführt. Ich fühlte mich wie auf einem 3-jährigen, der das erste Mal unterwegs ist, aber es hat ein Glück geklappt und wir konnten dann doch noch etwas reiten. Marty hatte trotzdem zwischendurch immer die Anwandlungen stehen zu bleiben, aber ein Glück nicht mehr so schlimm. So mega Spaß wie erhofft hat es dadurch nicht gemacht, aber immerhin konnten wir etwas reiten und es sind trotzdem wunderschöne Bilder entstanden.

Ende August geht es für uns eine Woche in den Urlaub nach St. Peter Ording und das hat meine Vorfreude etwas getrübt, denn ich kann nun überhaupt nicht einschätzen wie Marty sich dann benehmen wird. Da ich fest davon überzeugt bin, dass es keine Angst ist, sondern viel Show und Dominanzverhalten habe ich zu Hause einen Entschluss gefasst. Das was er im Watt gemacht hat ist genau das, was er macht, wenn er alleine vom Hof gehen soll. Ich habe also als aller erstes das Problem in Angriff genommen. Gewappnet mit Longierpeitsche ging es los vom Hof. Ich habe Marty die ersten Male geführt und immer wenn er stehen bleiben wollte, gab es einen Anticker mit der Peitsche am Po. Durch die Longierpeitsche hatte ich die Möglichkeit an sein Hinterteil zu kommen ohne vorne weichen zu müssen. Unser Problem war ja immer, dass er mir den Weg abgeschnitten hat und umgedreht ist, wenn ich vorne weggegangen bin um hinten mit der Gerte anzukommen. Das hört sich jetzt so an, als hätte ich ihn verhauen, aber das ist nicht der Fall! Bei Marty reicht lediglich die Berührung hinten und er reagiert. Durch die Longierpeitsche hatte ich also hinten und vorne unter Kontrolle und konnte mit ihm vom Hof spazieren. Er hat an einer Stelle kurz nach der Auffahrt kurz überlegt, ich habe blitzschnell reagiert und ihn hinten angetickt, Marty war sichtlich verwirrt und marschierte los ohne noch einmal darüber nachzudenken stehen zu bleiben. Das haben wir einige Male so gemacht und der nächste Schritt war dann vom Hof reiten mit Unterstützung vom Boden. Er lief das erste Mal zwar etwas stockig, aber er ist nicht einmal richtig blöd geworden und wollte umdrehen. Auch das haben wir ein paar Mal so gemacht und dann bin ich alleine los. Ich habe mir eine Gerte geschnappt und bin losgeritten. Die Gerte immer etwas angelegt, damit er weiß, dass hinten etwas ist und es hat funktioniert. Wir können nun wieder Dorfrunden gehen ohne stehen zu bleiben. Manchmal testet er noch, aber das passiert meistens auf dem Hof und beim Aufsteigen. Da setzt er dann direkt den Anker und will in die andere Richtung, das kann man aber ein Glück sehr gut händeln und ab Hofeinfahrt läuft er. Es ist zwar noch nur die Dorfrunde, aber immerhin etwas. Wir testen uns da nun Schritt für Schritt ran und lassen ihm solche Unarten nicht mehr einfach durchgehen. Marty testet seine Menschen einfach viel zu gern und hinterfragt alles zig Mal, ob das nun wirklich sein muss. Die nächsten Schritte sind dann kleine Runden Richtung Wald und ich hoffe, dass wir dann irgendwann wieder alleine los können. Meine größte Hoffnung ist aktuell aber, dass wir von diesem Training profitieren und in St. Peter Ording nicht wieder vor dem Problem stehen. Das ist ja eigentlich der Hauptgrund, warum ich das so spontan in Angriff genommen habe – wir werden es sehen, was passieren wird.

Ein weiteres Highlight im August war unsere erste Sitzschulung. Diese hatten wir bei Katrin Eschenhorst und es war absolut genial. Ich habe ja schon öfters erzählt, dass ich Probleme mit meinem Sitz habe und wir konnten an so vielen Kleinigkeiten arbeiten, die mir weitergeholfen haben. Wir haben mit Franklin Bällen gearbeitet, es gab Übungen auf einer Matte und einem Hocker und ich habe eine Gerte unter die Daumen bekommen, damit ich mir den „Kinderwagen-Schiebe-Griff“ abgewöhne. Marty lief in dieser Stunde am Ende richtig toll und ich hoffe, dass wir Katrin nun regelmäßig zu uns kommt und wir am Unterricht teilnehmen können. Für mich heißt es jetzt aber auch alleine weiterüben. Den Franklin Ball für unter den Po habe ich mir gekauft und nutze ihn auch selbst im Training, die Gerte unter die Daumen habe ich tatsächlich selbst noch nicht genutzt, weil ich mich noch nicht auf die Suche nach einem optimalen Stock o. Ä. gemacht habe. Hier möchte ich aber auf jeden Fall dran bleiben und meinen Sitz Schritt für Schritt verbessern.

Das waren auf jeden Fall drei Highlights (ist Highlight hierfür das richtige Wort) im August. Ansonsten trainieren wir fleißig weiter, der Fokus liegt auf der Kraft in der Hinterhand und an der Kondition. Wir müssen dringend am Galopp arbeiten, denn hier hält Marty noch nicht lange durch. Da spielt uns natürlich St. Peter Ording in die Karten, denn hier kann man optimal am Galopp arbeiten. Marty arbeitet aktuell konstant gut mit, macht keinen Blödsinn mehr und bringt wirklich Spaß momentan. Wir reiten so viel wie möglich aus und auch hier können wir galoppieren ohne, dass er irgendwelche Bockeskapaden hinlegt.

Ach ein absolutes Highlight (was diesmal wirklich ein Highlight ist) habe ich fast vergessen. Wir sind wieder gesprungen! In der vorletzten Augustwoche haben wir im Unterricht ein kleines Hindernis mitgenommen. Vielleicht ist „Springen“ übertrieben für das, was es war, aber mir hat es einfach total Spaß gemacht endlich wieder etwas Abwechslung zu haben und auch Marty tat es sichtlich gut. Er war danach locker, entspannt und er liebt es einfach zu springen oder Stangenarbeit zu machen.

Aktuell kann ich mich wirklich nicht beschweren, das sah dieses Jahr ja nun wirklich schon anders aus und ich stand ein paar Mal vor der Entscheidung aufzugeben, aber momentan bringt es einfach nur Spaß und ich habe immer Lust aufs Pferd zu steigen. Ich hoffe, dass es genau so weitergeht und wir den Winter ohne Zwischenfälle und mit einem lieben Marty überstehen.