Horsemanship und Bodenarbeit: der 2. Termin

Am 28.04.2019 war es soweit und wir hatten unser zweites Training mit der Horsemanship Trainerin. Wir haben innerhalb von zwei Wochen versucht alles nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen und haben täglich die gestellte Aufgabe für das Führen mit eingebaut. Da wir eh 20 Minuten Schritt gehen müssen bevor wir reiten, hat es sich perfekt angeboten. Wir haben einfach ein Knotenhalfter mit Bodenarbeitsseil über die Trense geschnallt und haben so das Führtraining in den Alltag integriert. Schon nach ein paar Tagen hat Marty verstanden, was wir von ihm wollen und ist super entspannt und brav hinter uns hergelaufen. Nur das Anhalten, wenn wir anhalten hat noch nicht perfekt geklappt, daher haben wir mit der Trainerin hieran als erstes geübt. Perfekt umgesetzt haben wir alles noch nicht, aber sie war schon deutlich zufriedener, als noch beim ersten Mal.

Nachdem wir den Dreh raushatten und wussten, wie wir Marty auch konsequent zum Anhalten bringen, sind wir in die Tonne.

Hier haben wir ihn erstmal wieder frei laufen lassen und die Anspannung kam auch wieder durch. Sie hatte ja im ersten Termin gesagt, dass Marty extrem Angespannt ist und gefühlt einfach zu viel Energie hat und unterfordert ist. Das war nun schon deutlich besser, aber immer noch nicht ganz weg.

Wir haben dann erstmal über dieses Thema gesprochen, denn sie hat die Vermutung, dass es nicht ein reines Erziehungsproblem ist, sondern da vielleicht noch was anderes mitreinspielt. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass alle Zusätze, die er nicht unbedingt braucht, abgesetzt werden. Die beiden Zusätze für den Spat und für seine Sehnen/Bänder füttern wir weiter und das Gladiator, Zellmilieu und Aminoral haben wir abgesetzt. Wir wollten dadurch herausfinden, ob vielleicht ein Zusatz der Grund für sein Verhalten ist. Das mussten wir aber natürlich über einen längeren Zeitraum testen, dazu komme ich später.

Sie hat dann auch fairerweise gesagt, dass sie an einem Punkt ist, an dem sie uns noch Tricks etc. zeigen kann, aber sie wird Marty’s Grundanspannung nicht rausbekommen. Diese Aussage hilft mir in der aktuellen Situation nun nicht weiter, aber wenigstens ist sie so ehrlich und versucht nicht auf Biegen und Brechen hier etwas zu erzwingen.

Wir sollten uns dann überlegen, was wir jetzt noch lernen wollen und was sie uns zeigen soll. Da ich ja nun wissend nicht die begabteste Person bin, wenn es um Bodenarbeit geht, habe ich mir Übungen gewünscht, die uns auch beim Reiten helfen – bspw. Hinterhand weichen, damit das Übertreten geübt wird. Und meine Schwester wollte schon immer wissen, wie man dem Pferd beibringt, dass es sich auf Kommando dreht.

Wir haben somit drei Übungen gezeigt bekommen:

  1. Hinterhand weichen
  2. Vorhand kreuzen
  3. Drehung

Alles tolle Übungen, die auch noch simpel umsetzbar sind. Ich komme mit allen Übungen super klar und fühle mich auch nicht verloren, wenn ich an ihnen arbeite, sondern kann sie wirklich umsetzen.

Marty hat auch alles wirklich sehr gut umgesetzt und schön mitgearbeitet. Problem ist nun allerdings immer noch, dass sie uns auch nicht zu 100% weiterhelfen kann. Klar helfen die Bodenarbeit und auch das Führtraining beim täglichen Umgang, aber offensichtlich ist da ja noch was anderes.

Wir haben also die Zusätze weggelassen, aber Marty ist trotzdem immer noch so aufgeweckt und agil wie sonst, auch beim Reiten hat er Energie ohne Ende, die man wirklich schlecht kompensieren kann. Das einzige, was uns das Absetzen gebracht hat, ist das schlimmste Kotwasser überhaupt! So schlimm hatte er es ganz früher und das ist wirklich überhaupt nicht witzig.

Hier habt ihr ein kleines Beispiel für wirklich schlimme Tage.

Ich denke, es liegt am fehlenden Gladiator, denn das ist ja extra damals dafür ausgewählt worden. Marty ist auch momentan (2 Wochen nach Absetzen und Horsemanship) nicht gut drauf – aber bei dem Kotwasser wäre ich das auch nicht. Seine Energie ist gleichbleibend viel und auch beim Reiten bekommt man ihn gefühlt nicht müde. Ich habe mich daher dazu entschieden, das GladiatorPlus wieder zu füttern, da es für mich keine Option ist, Marty mit diesem schlimmen Kotwasser leben zu lassen. Ich werde jetzt nochmal generell etwas an der Fütterung optimieren, aber die jetzige Flasche wird definitiv erstmal leer gefüttert.

Ich bin kurz abgeschweift, einmal zurück zum eigentlichen Thema. Wir haben also ein paar Übungen bekommen, dir wir jetzt immer mal integrieren – mit meiner Schwester hat Marty auch einen festen Bodenarbeitstag. Aber wirklich weiter sind wir jetzt nicht. Es sind wirklich interessante Ansätze und alles was sie uns erzählt hat macht absolut Sinn. Das Führtraining ist ja auch ein voller Erfolg, denn er lässt sich so mega entspannt führen. Trotzdem habe ich für unser reiterliches Problem nun immer noch keine Lösung und wirklich besser ist es durch die Arbeit am Boden noch nicht geworden. Ich bleibe trotzdem erstmal am Ball und gucke, ob wir Marty doch noch auf die richtige Spur bringen können.

Wir haben auch noch einmal grob ein weiteres Treffen angepeilt, welches wir als Verladetraining oder als Training um Marty wieder alleine ausreiten zu können nutzen wollen.